Der Apfel
Der Apfel, vom Sündenfall zur Lieblingsfrucht. Wir Deutsche sind fleißige Apfelesser. Je nach Quelle bringen wir es zu einem Verzehr von 20 bis 30 kg jährlich. Eine reife Leistung. Äpfel sind fast ganzjährig zu bekommen. Dabei handelt es sich um aktuell geerntete Äpfel, um eingelagerte und um importierte Äpfel.
Äpfel sind fast zu gut um wahr zu sein – sozusagen eine einheimische Superfrucht. Ihnen werden ein ganzes Sammelsurium an guten Eigenschaften zugeschrieben. Dazu später mehr.
Je nach Quelle ist der Sortenreichtum des Apfel unterschiedlich, wir reden von 2000 bis 7000 verschiedenen Sorten. Viele davon haben nur lokale Bedeutung. Und in deutschen Läden finden sich dann doch recht wenige Sorten. Das hat mit den Anforderungen der „Herstellungs“- und Vertriebspartner zu tun. Die Erzeuger bevorzugen Sorten die günstig zu produzieren sind, will heißen der Aufwand für Pflege und Pflanzenschutz sollte gering sein, der Apfel sollte geleichmäßig und möglichst gleichzeitig reifen, und möglichst günstige Geschmackseigenschaften mitbringen. Der Handel wiederum möchte einen mittelgroßen Apfel der transportfest , wenig druckempfindlich und gut lagerfähig ist. Der Verbraucher schließlich möchte einen mittelgroßen, schön gefärbten Apfel und interessiert sich zunehmend für ökologischen Anbau. Der Apfel sollte fest, saftig und knackig sein. Süße Sorten sind hier der Trend.
Die Forderungen sind teils widersprüchlich und werden nur von wenigen Sorten erfüllt. Viele ältere, durchaus interessante Sorten erfüllen dies Ansprüche nicht. Sie beschränken sich auf eine lokale Verbreitung
Wichtige Apfelsorten in einheimischen Läden
Boskop: Ein eher unregelmäßig geformter Apfel mit rauer Schale, erfrischend säuerlich, sehr gut zum Kochen und Backen geeignet
Braeburn: aus Neuseeland stammend, Zufallssämling, mittelgroß und aromatisch
Cox Orange: festes Fruchtfleisch, hervorragendes Aroma gelblich-grüne Schale. Zum Verzehr, Kochen und Backen geeignet
Elstar: angenehm aromatischer Tafelapfel, als Zwischenmahlzeit geeignet
Fuji: eine japanische Züchtung, spät reifend, sehr süß und saftig, wenig Säure
Delicius, Golden und Red: Zufallssämlinge aus den USA. Beide haben ähnliche Eigenschaften, Red hat teils rötliche Schale; aromatisch als Tafelobst und Zwischenmahlzeit
Gala: Zufallszüchtung aus Neuseeland. Schale gelb mit roten Streifen. Saftig, süß und aromatisch, als Zwischenmahlzeit und zum Kochen geeignet
Granny Smith: Zufallszüchtung aus Australien. Mittelgroße Früchte, festfleischig und aromatisch, zum Verzehr und zum Backen geeignet
Jonagold: Gelber, an der Sonnenseite rötlich gefärbter Apfel, aromatisch, früh reifend, gut lagerfähig. Vorwiegend zum Kochen und Backen
Pink Lady: Eine gezielte australische Züchtung (Kreuzung aus Golden Delicious und Lady Williams).Saftig-süßer und lang haltbarer Tafelapfel

Hier finden Sie die einzelnen Bezeichnungen eines Apfels.
Und hier noch ein Apfel etwa in der Mitte horizontal geschnitten. Hier sehen Sie die fünf Kammern des Kerngehäuse schön.
- Stiel
- – fehlt der Stiel, ist der Apfel möglicherweise unreif gepflückt worden. Ein reifer Apfel hat eine Sollbruchstelle zwischen Apfelstiel und Ast.
- Schale
- – hier finden sich die wertvollen Inhaltsstoffe gehäuft
- Druckstelle
- – einen Apfel mit Druckstelle sollten Sie zeitnah verzehren.
- Kerngehäuse
- – ist es braun so sollten Sie prüfen ob es sich um Braunfäule handelt.
- Die Kerne
- – sind vorzugsweise dunkel. Weiße Kerne weisen auf einen möglicherweise unreif geernteten Apfel hin.
Äpfel sind Kernobst – genauso wie die Birne und die Quitte. Granatäpfel sind mit Apfel biologisch nicht verwandt. Nach Möglichkeit sollten sie vorzugsweise Äpfel aus biologischem Anbau genießen. Schließlich schafft es ein gewöhnlicher Apfel 20 mal und öfters Behandelt zu werden, bevor er auf den Tisch zum Verzehr gelangt. Siehe die Doko bei BR24 und Geo.de. Kleinere Äpfel – also Güteklasse II können Sie problemlos essen. Die Einstufung Güteklasse II ist rein optischer Natur. Sie dürfen diese jederzeit essen. Schließlich muß ja die „EU-Apfelkommission“ nicht über guten Geschmack verfügen. Ein reifer Apfel hat eine tiefe Kelchgrube und braune Kerne. Der Fokus, welcher auf die Optik gelegt wird führt leider zu einem Apfel, der von jedem Geschmack befreit ist.
Mythologisch gibt es recht viele Geschichten über Äpfel: Die „goldenen Äpfel der Hesperide“, ein Jungbrunnen für Götter, der Apfel des Sündenfalls und der Apfel, mit dem Paris in der Sage um Troja die Göttin Aphrodite zur Schönsten krönte. Hingegen war der Reichsapfel ein Granatapfel. Der Apfel ist ein wirklich gesundes Obst, das (englische) Sprichwort : „Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern“, zeigt das recht deutlich. Vielleicht sollte man heute mehr, vielleicht 2 oder 3 Äpfel am Tag essen. Morgens, als Frühstück gegessen, regt er Körpersäfte und den Geist an. Abends gegessen wirkt er entspannend. Hier wollen wir die vielen tollen Wirkungen des Apfel aufzählen.
Bei der gesundheitlichen Wirkung wird es leider problematisch: Ich habe in verschiedenen Quellen Hinweise auf die vorbeugende und heilende Wirkung von Äpfeln gefunden. Wie bei vielen naturheilkundlichen Themen ist hier wenig wissenschaftlich belegt. Hier also eine Sammlung dieser Hinweise. Bitte machen Sie sich auch den Unterschied zwischen Vorbeugender Wirkung – also Prophylaxe – und therapeutischer Wirkung – also Ersatz für ein Medikament – bewusst. Hie geht es um Vorbeugung durch gute Ernährung. Mit der Bitte daß Sie sich vor Anwendung nochmals selbst informieren.
- wirkt lindernd bei Durchfall und paradoxerweise Verstopfung
- ist geradezu ein Klassiker bei Skorbut
- Ob Apfel gegen Darmkrebs hilft ist Gegenstand aktueller Forschungen
- Apfelschalentee hat bei Bronchialerkrankungen heilende Wirkung
- Äpfel unterstützen den Heilungsprozess bei einer Entzündung
- Äpfel haben Antibakterielle und Antivirale Wirkung
- Äpfel wirken bei Rheuma und Gicht entlastend
- Apfelschalentee hat bei Bronchialerkrankungen heilende Wirkung
- Äpfel enthalten Pektin, einen Ballaststoff der im Darm Gifte bindet
- Äpfel lindern hartnäckigen Juckreiz z.B. bei Krebserkrankungen. Ersatzweise können Sie hier Pektin verwenden
- Äpfel wirken cholesterinsenkend
Idealerweise reiben Sie den gesamten Apfel mit einer Bircherreibe. So wird möglichst viel der wertvollen Inhaltsstoffe für die Verdauung zugänglich. Bitte waschen Sie den Apfel vor dem Verzehr, wenn möglich reiben sie den Apfel mit einem Tuch gründlich ab.


